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Stoamanndl
STOAMANNDL - Erstbegehung Rotpunkt

Die Sonnwand an der Loferer Alm ist eine beeindruckende Naturkulisse: genial steiler Fels und perfekte Kletterlinien, umgeben von einer faszinierend schönen Landschaft. Bereits vor zwei Jahren war Alexander Huber zum ersten Mal hier – und ist seitdem fasziniert von diesem magischen Ort. Zusammen mit Guido Unterwurzacher erschloss er damals eine neue Route in dem stark überhängenden und abweisenden Wandteil. Zwei Jahre später – im Juni 2010 – fanden beide endlich Zeit, um hierher zurückzukehren und ihr altes Projekt – den »Donnervogel« (X) – Rotpunkt zu klettern.

Während dieser Begehung stach Alexander eine weitere Linie in der imposanten Sonnwand ins Auge. Unmittelbar links neben dem »Donnervogel« zog sie markant durch den Fels und versprach reichlich Kletter-Abwechslung mit technisch anspruchsvollen Seillängen und physisch ausdauernden Passagen – ein neues Projekt, das förmlich danach schrie, von ihm befreit zu werden.

Die Geburt des »Stoamanndl«
(X) Kein Wunder also, dass Alexander dem Ruf der Sonnwand folgte. Zusammen mit Freund Hellei Limmer erschloss er nur wenige tage später auch diese linie – im Vorstieg und mit einem Minimum an fixen Sicherungsmitteln. Nur in der ersten Seillänge (X) wurden sechs Bohrhaken von ihm gesetzt – danach befindet sich nur noch ein weiterer in der zweiten Seillänge (X–). Alle anderen Routenabschnitte – mit Schwierigkeiten bis VIII+ – kletterte Alexander ausschliesslich mit wenigen selbstgelegten Sicherungsmitteln. Eine mentale Meisterleistung.

Und danach war noch lange nicht Achluss: Nach der Erstbegehung wollte sich Alexander auch die erste Rotpunktbegehung des »Stoamanndl« sichern. dafür brauchte er einen starken Seilpartner. Einen mit ebenfalls felsenfester Moral und dem gleichen Kletterkönnen. Jemanden, auf den er sich tausendprozentig verlassen kann – seinen Bruder. Thomas war zuvor noch nie an der Loferer Alm geklettert und schnell begeistert, als ihm Alexander von der einzigartigen Landschaft und der exzellenten Routenqualität berichtete.

Doch Mutter Natur stellte beide auf eine harte Probe – eine Geduldsprobe. Eine lange Regenperiode vereitelte zunächst ihre Rotpunkt-Pläne. Unaufhaltsam rückte der Sommer voran und der Fels blieb nass. Am 26. August war es dann endlich so weit. Ein Schönwetterfenster sorgte für optimale Bedingungen. die »Huberbuam« konnten losziehen. Nach nur 45 Minuten standen sie am Wandfuss. Auch thomas war fasziniert von diesem Flecken Erde, der sich ihm dort oben präsentierte: Idyllisch, archaisch und einsam – mit dieser unglaublichen Wand, ein perfekter Ort für Kletterer – „ein kleines Paradies“.

Beide kletterten abwechselnd im Vorstieg. denn das »Stoamanndl« (X) ist eine Route genau nach Huber’schem Geschmack: Acht Seillängen – die ersten beiden im zehnten Grad – an einer weit überhängenden Wand mit spärlicher Absicherung, 250 Klettermeter, die konstant fordern: athletisch, technisch und mental.

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