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Pan Aroma
Das große Dach an der Westlichen Zinne kann ohne Zweifel als eine der beeindruckendsten
alpinen Felsformationen bezeichnet werden. Das vierzig Meter ausladende Dach wurde 1968 als einer
der Höhepunkte des Eisenzeitalters von Gerhard Baur zusammen mit den Brüdern Walter und
Erich Rudolph erstbegangen.
Im Juni 2007 machte ich mich mit dem Südtiroler Martin Kopfsguter auf den Weg, um eine frei
kletterbare Route durch das Zentrum des Baur-Daches zu finden. Naturgemäß konnte ich dabei
nicht der Bohrhakenleiter folgen, sondern musste alle natürlichen Schwachstellen benutzen, um diese
auf den Kopf gestellte Riesentreppe frei klettern zu können.
Auf den ersten fünf Seillängen folgt Pan Aroma meiner Route Bellavista bis zum Stand direkt
unterhalb des großen Daches. Auch auf den ersten zwölf Meter im großen Dach folgte ich
noch der Bellavista um dann mit einer 180-Grad-Kurve in die Gegenrichtung zu klettern. In einer langen
Diagonale durchkletterte ich das gesamte Zentrum des Daches, kreuzte die Baur-Führe und stieg
schließlich über mehrere waagrechte Zimmerdecken in die schwarze, senkrechte Wand oberhalb des
Daches aus. Eine zehn Meter lange, links ansteigende Querung brachte uns zurück zur Baur-Führe.
Logischerweise bemühte ich mich im Anschluß noch um die Rotpunktbegehung der Pan Aroma. Nach
gut einem Monat und eingen Versuchen war ich dann dann schließlich am 26. Juli mit der Rotpunktbegehung
von Pan Aroma erfolgreich. Max Reichel und Franz Hinterbrandner waren mit dabei und konnten die Begehung
sogar "live" mitfilmen.
Die Route ist im unteren Teil, in dem sie zusammen mit Bellavista verläuft, mit Normalhaken abgesichert.
In den zwei neuen Seillängen im großen Dach finden sich insgesamt elf Bohrhaken, Friends und Keile
kann man zuhause lassen. Pan Aroma ist damit vergleichsweise sportlich und dürfte etwa im unteren elften
Grad einchecken. Im Vergleich zur Bellavista ist Pan Aroma ausdauernder, athletischer und dürfte auch
schwieriger sein, da Bellavista nach "intensivem Nachputzen der Griffe" nicht mehr mit der Route identisch
ist, die ich seinerseits hinterlassen hatte.
Alexander Huber
Fotos: Michael Meisl
www.michaelmeisl.com
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